Suizid
Suizid kommt aus dem Lateinischen. „sui“ heißt „sich selbst“, „caedere“ bedeutet „schlagen, töten“. Suizid ist also der lateinische Ausdruck für Selbsttötung.
In der Bundesrepublik Deutschland suizidieren sich jährlich über 11.000 Menschen, weltweit mehr als eine halbe Million Menschen. Die Dunkelziffer (Unfall) ist sehr hoch. Es gibt verschiedene Theorien unterschiedlicher wissenschaftlicher Richtungen, die versuchen, den Suizid zu erklären: soziologische, psychologische, medizinisch-psychiatrische, biophysikalische, ethisch-ethnische.
Für die zurückbleibenden trauernden Angehörigen ist der Suizid ein
schwerst zu akzeptierender Verlust mit einer häufig sehr erschwerten
Trauer.
Besonderheiten der Trauer nach Suizid
- Scham / Gesellschaftliche Stigmatisierung.
- Schuldgefühl -> Suche nach Ursache und Strafe (Interaktion mit Gesellschaft).
- Zorn (Empfinden des Suizids als persönliche Ablehnung).
- Grundangst vor eigenen selbst-zerstörerischen Impulsen.
- Verzerrtes Denken -> verzerrte Kommunikation ( Suizid war „Unfall“).
- Zuhören besonders wichtig wegen Stigmatisierung, Isolierung.
- Stabilität durch Beibehalten des Lebensrhythmus.
- Gefühle ausdrücken dürfen.
- Unterscheidung: Trauer um Angehörigen vs. Trauer/Entsetzen wg. Suizid.
- Realitätsprüfung der Schuldgefühle (Es gibt kein perfektes Leben).
- Rekonstruktion der Biographie des Suizidenten u. d. gemeinsamen Beziehung.
- Korrektur von Verzerrungen -> Neudefinition des Vorstellungsbildes von Suizidenten.
- Zukunftsphantasien explorieren: eigenes Überleben/Leben mit Trauer.
- Vermittlung einer Angehörigen-Gruppe.
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Laudatio von Senator Mario Czaja (131kb) 