Die Bedeutung der Hilfe bei Trauer
Durch die Bewältigung eine Stärkung erfahren
In der Rückschau häufig genannte Veränderungen durch den Trauerprozesse sind:
- Gewonnene größere Sensibilität für das Leid anderer Menschen
- Gewachsene Fähigkeit, Gefühle zuzulassen und auf andere eingehen zu können
- Veränderung der Prioritäten ( "weg" vom Materiellen )
- Bewussteres, gesünderes Leben, Dankbarkeit für das Leben - auch nach Depression und Suizidgedanken
- Größeres religiöses Interesse, Interesse am Leben nach dem Tod
- Geringere existentielle Angst
- Größere Freiheit, gewachsene Selbständigkeit
Unabdingbare Voraussetzung um trauernden Menschen auf diesem Weg durch die Trauer Hilfe geben zu können, ist:
- dass sich BegleiterInnen ihres eigenen Standpunktes bzgl. der Themen "Sterben, Tod, und Trauer" bewusst sind,
- ihrer verarbeiteten bzw. nicht verarbeiteten Verlusterlebnisse,
- ihrer Fragen und Ängste
- sowie ihres Lebenssinnes.
Durchschreiten einer Verlustkrise
Die
Bedeutung der Trauerhilfe liegt für den einzelnen trauernden Menschen
in einem bewussten Durchschreiten der Verlustkrise. Einen Weg um die
Krise herum gibt es nicht. Am Ende der Krise steht ein positives
Integrieren des Erlebten in die Vergangenheit für das zukünftige Leben
und ein Gestärktsein für kommende Krisen im Lebensverlauf.
Ausgehend von der Polaritätsvorstellung, dass in jeder Krise neben der Gefahr auch eine Chance verborgen ist, die entdeckt und gelebt werden möchte, und dem Gedanken des aktiven und dynamischen Trauerprozesses ergeben sich eine Reihe von Ansatzpunkten und Möglichkeiten für die Begleitung trauernder Menschen. (Vgl.: Modell der Traueraufgaben in W. Worden: Beratung und Therapie in Trauerfällen, Ein Handbuch, Bern 1987)
Suche nach dem Sinn ist nachrangig bei der Trauerbewältigung
Es muss jedoch betont werden, dass es nicht isoliert um die Entdeckung
von Chancen, Möglichkeiten und Formender Weiterentwicklung geht,
sondern dies im Rahmen einer äußerst schmerzlichen Verlustsituation
geschieht. Und die meisten, wenn nicht sogar alle Trauernden, würden
gerne auf jede Gelegenheit der Weiterentwicklung verzichten, wenn sie
stattdessen wieder den geliebten verstorbenen Menschen bei sich hätten.
Diese Gefühls- und Sinnwirklichkeit des trauernden Menschen gilt es
auszuhalten und zu respektieren sowie dessen auf- und ausbrechenden
Emotionen Raum zu geben. Voreiliges Thematisieren des Sinns dieser
Krise wäre nicht hilfreich, würde Vertrauen zerstören und den
trauernden Menschen einengen in seiner ganz individuellen Kreativität
der Sinnsuche und Sinnfindung.
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Laudatio von Senator Mario Czaja (131kb) 